Otto-und-Emma-Horn-Stiftung Meißen

Tätigkeitsbericht 2018

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Vermögensverwaltung

2.1. Vermögensentwicklung

2.1.1. Münzsammlung

2.1.2. Skulpturensammlung

2.1.3. Uhrensammlung

2.2. Schlossberg 13 und 14

2.3. Baderberg 2 und 3

2.4. Am Lommatzscher Tor 1 / 2

2.5. Schlossberg 7

2.6. Rote Stufen 3

2.7. Mietaufstellung

3. Jahresabschluss und Prüfbericht

4. Stiftungszweckausgaben

1. Vorbemerkung

Die Tätigkeitschwerpunkte der Stiftung bestanden im Jahr 2018 in der Vorbereitung der Sanierung und Kauf des Gebäudes Rote Stufen 3, welches letztlich ab November 2018 leider nicht weitergeführt werden konnte sowie in den Verkaufsbemühungen um den Schloßberg 7 und um das Grundstück Am Lommatzscher Tor 1. Die über Jahre laufenden erfolgreichen Verkäufe aus der Münzsammlung durch die Fa. Künker konnten 2018 abgeschlossen werden.

2. Vermögensverwaltung

2.1. Vermögensentwicklung

Folgende Vermögenswerte kann die Stiftung 2018 bilanzieren:

Geschäftsjahr

Vorjahr

Stiftungsgrundstockvermögen

326.593,83 €

326.593,83 €

Umschichtungsergebnisse

4.974188,12 €

4.974.188,12 €

Erträge

147.702,68 €

97.859,10 €

Ergebnisvortrag

397.465,34 €

0,00 €

Ergebnisrücklagen
a) Gebundene Rücklage

13.078,00 €

13.078,00 €

b) freie Rücklage

0,00 €

34.460,64 €

Rückstellungen

8.520,00 €

11.176,33 €

Stiftungszweckausgaben

19. 779,74 €

14.700,00 €

Durch die Verkäufe von Münzen gab es 2018 noch Zuflüsse zum Stiftungsvermögen in Höhe von 348.922,44 €. Die Klärung der Vermögensverhältnisse durch die vorgegebene Kapitalisierung der Sammlungen entsprechend dem Stiftertestament konnte damit weitgehend abgeschlossen werden. Offen ist bislang der Verkauf der Kutschenuhr und im Stadtmuseum befinden sich noch sechs Dauerleihgaben aus der Skulpturensammlung.

Neben den unten aufgeführten Bestandsimmobilien hat die Stiftung Kapitalvermögen in Immobilien und Fonds angelegt. Diese Vermögenswerte werden durch die Fa. Gies & Heimburger aus Krotzingen betreut. Diese Vermögensverwaltung sind ausgewiesene Experten im Stiftungsbereich und legen entsprechend Wert auf die nachhaltige Anlage der Vermögenswerte.

2.1.1. Münzsammlung

Mit dem Verkauf des „Restsammlung“ Münzen 2014 an das Münzhaus Künker ist die Umsetzung der Münzsammlung vertraglich abgeschlossen werden. In Jahre 2018 erfolgten durch das Münzhaus Künker die letzten erfolgreichen Münzauktionen mit einem Gesamtbetrag von 348.922,44 €, so dass nun sämtliche Bestände der Münzsammlung Horn verauktioniert worden sind.

2.1.2. Skulpturensammlung

In der mit der Stadt Meißen ausgehandelten Vereinbarung vom 13.7.2012 wurden der Stiftung 106 Skulpturen zugeordnet. Von der Sammlung selbst blieben aufgrund von Festlegungen im Testament (Valentin Otte-Skulptur; Bestände, die sich 1945 im Museum befanden) und Verkäufen im Jahr 1952 (sogenannte 6-er Liste vom 16.2.1952 mit HO 1,3,4,11,26,14) 11 Skulpturen im Bestand des Stadtmuseums. Darüber hinaus hatte das Museum Interesse am Verbleib weiterer Objekte. Für sechs Positionen der Skulpturensammlung (HO 2,10,23,100,110,121) wurden dafür ein Dauerleihvertrag ausgehandelt. Es ist beabsichtigt, dass diese Skulpturen schrittweise, soweit die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, durch das Museum angekauft werden. Für nachfolgende Skulpturen (Onofrius HO 15 für 6.000 €, Christophorus HO 109 für 10.000 €, Engel HO 56 und HO 57 für je 400 € sowie im Jahr 2018 die Büste Johannes HO 17 für 5.000 €) wurde der Ankauf durch das Museum bereits realisiert. Der Christophorus wurde vor Abschluss des Leihvertrages angekauft und ist damit nicht in dem Vertrag enthalten. 2016 wurde der Ankauf des Siebeneichner Altars (HO 116) umgesetzt. Im Eigentum der Stiftung ist darüber hinaus noch das Relief „Heilige Familie“ (Ho 128).

2.1.3. Uhrensammlung

Die letzte im Bestand der Stiftung befindliche Uhr ist die Kutschenuhr. Ein sinnvoller und zu rechtfertigender Verkauf ist bislang nicht zustande gekommen. Auf weitere Verkaufsversuche wird vorerst verzichtet.

2.2. Schlossberg 13 und 14

Auf dem Grundstück Schloßberg 13 und 14 gab es 2017 keine Instandsetzungsarbeiten.

2.3. Baderberg 2 und 3

Die Sanierungsarbeiten im Baderberg 2 fanden 2017 nach über 10 Jahren ihren Abschluss. Die Wohnungssanierung im 2. OG und auch die Sanierung der 1-Raum-Wohnung im 1. OG wurde im Verlaufe des Jahres weitgehend abgeschlossen. Bei der 3-Raum-Wohnung im 2. OG waren noch Restarbeiten zu erledigen. Inzwischen ist die Wohnung seit Sommer 2018 vermietet. Der immer noch geplante Einbau eines Fahrstuhles in dem Gebäude wird vorläufig nicht realisiert. Erst wenn hierfür klare Notwendigkeiten in Hinsicht der Mieterstruktur gegeben sind, wird das Projekt umgesetzt.

2.4. Am Lommatzscher Tor 1 / 2

Der seit Jahren leerstehende Hof wurde im Februar 2015 von der SEEG erworben, um als ersten Schritt eine statisch-konstruktive Sicherung der stark gefährdeten Bausubstanz zu ermöglichen. Bekanntlich wurde über den Abbruch der Anlage seit Jahren diskutiert. Das bauhistorisch und ortshistorisch bedeutsame Denkmalensemble wird auch als Obermeisaer Niedergut bezeichnet. Es ist die älteste Hofstelle in Obermeisa, die bereits in einer frühen Urkunde des St. Afraklosters aus dem 13. Jh. erwähnt wird. Die Stiftung möchte beispielhaft zeigen, dass auf diesem Weg ein Beitrag für die Bewahrung von Baudenkmalen in Meißen im wirtschaftlichen Rahmen möglich ist. Im Verlaufe des Jahres 2018 wurden weitere Sanierungsschritte umgesetzt. Das Fachwerk ist repariert bzw. erneuert, die Deckenbalken über dem EG sind ausgetauscht und an der Einordnung von zusätzlichen Fenstern und Türen wird gearbeitet. Eine Zeitlang wurde die Hofanlage versucht zu verkaufen. Das brachte bisher keine sinnvollen Ergebnisse. Inzwischen haben wir uns entschlossen, das Ensemble selbst fertig zu sanieren und zu vermieten. Entsprechend notwendige Sondierungen zur Finanzierung laufen gegenwärtig. Weitere Vorbereitungen zur Revitalisierung laufen. Die Originalfenster, welche aufarbeitungsfähig sind, wurden in den Wintermonaten repariert. Der Abbruch des Garagenhofes ist vorbereitet. Alle Garagenmietverhältnisse wurden zum 31.12.2018 gekündigt. Das Nutzungskonzept wurde durch das Architekturbüro Hauswald nochmals überarbeitet, sodass im Hauptgebäude nun insgesamt 7 Wohnungen eingeordnet werden. Ein Fahrstuhl ist vorgesehen, damit wird eine weitgehende behindertengerechte Ausstattung der Wohnungen möglich.

2.5. Schlossberg 7

Über Jahre hat die Stiftung sich um das in der Nähe vom Baderberg befindliche Grundstück bemüht. Vordergründiges Ziel war dabei die Lösung der Stellplatzkalamität für die Stiftungshäuser. Es hing primär von der Förderfähigkeit des Projektes ab, da der Umbau zum Parkhaus teuer war. Die Stiftung hat im Frühjahr 2018 aufgrund der Gesamtsanierungkosten von über 1,2 Mio € Abstand von dem Projekt genommen. Eine kostendeckende Bewirtschaftung ist trotz des geplanten Zuschusses von über 400.000 € unrealistisch. Bei 34 Stellplätzen wären es Kosten von über 120,00 € pro Stellplatz im Monat gewesen. Die Verkaufsverhandlungen zu dem Objekt fanden im Sommer 2018 ihren Abschluss. Das Erbbaurecht konnte für 230.000 € verkauft werden. Der Erwerber hat es auch geschafft, den Grund und Boden von der abc markets zu erwerben. Das führte allerdings zu einer Verzögerung der gesamten Vertragsabwicklung, so dass der Kaufpreis erst in 2019 gezahlt wurde.

2.6. Rote Stufen 3

Da die Sanierung und Revitalisierung des hochwertigen Baudenkmales in den letzten Jahren durch das sehr zurückhaltende Engagement der Stadt Meißen nur äußerst schleppend voranging (ursprünglich avisierte Fertigstellung war 2009), hatte die Stiftung der Stadt Meißen den Kauf des Objektes erstmals im Jahre 2014 vorgeschlagen. Die Stadt Meißen ist bekanntlich seit 1999 Eigentümer des Gebäudes. 2016 wurde durch die Stadt nach langem Überlegen eine Wertgutachten in Auftrag gegeben. Der Sachwert des Grundstücks lag demnach bei 240.000 €. Für ein Gebäude, bei welchem aufgrund der komplexen Denkmalspezifik nie mit Erträgen gerechnet werden kann, immer noch eine stattliche Summe. Es kam zur Ausschreibung, die Stiftung war der einzige Interessent und bekam den Zuschlag im März 2017.

Im Verlaufe des Jahres konkretisierten sich die inhaltlichen Klärungen zur Abwicklung des Sanierungsvorhabens. Die Stadt hatte bereits 2015 in einem EFRE-Programm Fördermittel bei der SAB beantragt. Aufgrund der ausgelaufenen alten Baugenehmigung von 2002 mussten wir einen neuen Bauantrag stellen. Damit wurde das Architekturbüro Knüpfer aus Pirna beauftragt. Auch die Kosten für das Gesamtprojekt wurden neu ermittelt. Wir sind dabei auf über 2 Mio. Gesamtbaukosten gekommen. Der ursprüngliche Ansatz lag bei 700.000 €. Wir hatten nun in Absprache mit der Stadt und der SAB einen Bauabschnitt in der Größe von 1,4 Mio € gebildet. Für die Stiftung hatte der Kostenaspekt die Konsequenz, dass neben der Kaufsumme von 240.000 € ein Betrag von 280.000 € im Rahmen der Förderung getragen werden sollte. Ursprünglich, bei dem anfänglichen Förderbetrag von 520.000 €, wären es 80.000 € gewesen. Die Stiftung sollte ja den kommunalen Anteil in der Förderung von 20% tragen. Wegen diesem Sachverhalt kam es im Oktober zu einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister. Ihm wurde die Bitte vorgetragen, ob die Stadt nicht ihren regulären Pflichten im Förderprogramm nachkommen kann. Das wurde vom Oberbürgermeister als nicht diskussionswürdig eingestuft. Daraufhin erklärte die Stiftung zwei Tage nach dem Gespräch ihren Rücktritt von dem Projekt. Mir war das wirtschaftliche Risiko unter den Bedingungen zu groß. Eine Gefährdung der Stiftung durch das Vorhaben konnte ich nicht verantworten.

2.7. Mietaufstellung

Schlossberg 13

EG – vermietet

OG – vermietet

DG – unsaniert, als Lager vermietet

Schlossberg 14

EG – vermietet

1.OG – vermietet

2.OG – vermietet

Baderberg 3

EG – verrmietet

1. OG – vermietet

Baderberg 2

EG – vermietet, Keramikzirkel und Kinderschutzbund

1.OG – vermietet, Bürogemeinschaft

1.OG Seitenflügel – saniert und vermietet

2. OG rechts – vermietet

2. OG links – saniert und vermietet

2.OG Seitenflügel – Saniert und vermietet

3. OG rechts – Wohnung saniert vermietet

3. OG Mitte – 1.-.Raum-Wohnung, saniert und vermietet

3. OG links – Wohnung saniert und vermietet

3. OG Seitenflügel – saniert und vermietet

3. Jahresabschluss und Prüfbericht 2018

Der Jahresabschluss mit Prüfbericht 2018 wurde in diesem Jahr von Steuerberaterin Antje Walter aus Meißen, Rote Stufen 4, erstellt. Danke für die sehr gute Zusammenarbeit! Durch weitere finanzielle Zuflüsse ergaben sich wiederum deutliche Veränderungen bei der Wertentwicklung.

4. Stiftungszweckausgaben

Stiftungszweckausgaben wurden 2018 in Höhe von 19.779,74 € realisiert. Zuwendungen erhielten das Stadtmuseum Meißen in Höhe von 5.000,00 €, die Bürgerstiftung Meißen in Höhe von 3.000,00 €, der „Verein Miteinander e.V.“ in Höhe von 2.000,00 €, das Hochstift Meißen in Höhe von 2.500 € für die Restaurierung des Magdalenenaltars, die DLRG-Ortsgruppe „ Niederes Elbtal“ in Höhe von 2.029,00 € für die Nachwuchs- und Kinderarbeit, der Kunstverein in Höhe von 1.000,00 €. der Kulturverein Meißen in Höhe von 1.500,00 €, die Johanneskirchgemeinde in Höhe von 1.315,00 € und der Verein „Steingut e.V.“ für die Revitalisierung der kleinsten Burg Sachsens in Burkhardswalde in Höhe von 700,00 €.

Die weiteren Ausgaben betrafen die Fördermitgliedschaften der Stiftung für den Verein „Steingut Burkhardswalde e.V.“, den „Kulturverein Meißen e.V.“ und den „Kunstverein Meißen e.V.“.

Meißen, im Mai 2019

Tom Lauerwald

Stiftungsverwalter