Otto-und-Emma-Horn-Stiftung Meißen

Tätigkeitsbericht 2015

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Vermögensverwaltung

2.1. Vermögensentwicklung

2.1.1. Münzsammlung

2.1.2. Skulpturensammlung

2.1.3. Uhrensammlung

2.2. Schlossberg 13 und 14

2.3. Baderberg 2 und 3

2.4. Am Lommatzscher Tor 1 / 2

2.5. Schlossberg 7

2.6. Mietaufstellung

3. Jahresabschluss und Prüfbericht

4. Stiftungszweckausgaben

1. Vorwort

Die Tätigkeitschwerpunkte der Stiftung bestanden im Jahr 2015 in der Fortführung der Sanierung vom Baderberg 2. Die im Herbst 2014 begonnene Sanierung des Nachbarhauses Baderberg 3 wurde im September 2015 abgeschlossen. In Hinsicht der Vermögenswertekapitalisierung konnten weitere wichtige Schritte erfolgreich entsprechend den Vorgaben des Stifters durch Verkauf von Münzen und Skulpturen umgesetzt werden.

2. Vermögensverwaltung

2.1. Vermögensentwicklung

Folgende Vermögenswerte kann die Stiftung 2014 bilanzieren:

Geschäftsjahr

Vorjahr

Stiftungsgrundstockvermögen

326.593,83 €

326.593,83 €

Umschichtungsergebnisse

4.202.857,53 €

1.312.323,36 €

Erträge

107.738,09 €

73.426,21 €

Mittelvortrag

14.902,17 €

———- €

Rücklagen
a) Kapitalrücklage

———– €

———– €

b) freie Rücklage

50.840,36 €

43.840,38 €

Stiftungszweckausgaben

12.310,39 €

7.820,00 €

Durch die Verkäufe von Münzen und Skulpturen gab es 2015 weitere umfängliche Zuflüsse zum Stiftungsvermögen in Höhe von 2.335.553,44 €. In der Klärung der Vermögensverhältnisse durch die vorgegebene Kapitalisierung der Sammlungen entsprechend dem Stiftertestament konnte weitere wichtige und erfolgreiche Schritte realisiert werden.

2.1.1. Münzsammlung

Mit dem Verkauf des „Restsammlung“ Münzen 2014 an das Münzhaus Künker ist die Umsetzung der Münzsammlung vertraglich abgeschlossen werden. In Jahre 2015 gab es durch das Münzhaus Künker weitere, sehr erfolgreiche Münzauktionen. Das Münzhaus hat sich bekanntlich vertraglich verpflichtet, die übernommenen Sammlungsbestände bis Ende 2016 vollständig zu verauktionieren. Die Versteigerungen durch Künker erbrachten im Einzelnen 2015 folgende Beträge für die Stiftung:

1. Auktion 258 bei der World Money Fair in Berlin am 29.01.2015 – 1.774.143,80 € (Netto)

2. Auktion 263 am 23./24.06.2014 in Osnabrück – 80.175,50 (Netto)

2.1.2. Skulpturensammlung

In der mit der Stadt Meißen ausgehandelten Vereinbarung vom 13.7.2012 wurden der Stiftung 106 Skulpturen zugeordnet. Von der Sammlung selbst blieben aufgrund von Festlegungen im Testament (Valentin Otte-Skulptur; Bestände, die sich 1945 im Museum befanden) und Verkäufen im Jahr 1952 (sogenannte 6-er Liste vom 16.2.1952 mit HO 1,34,11,17,26,14) 11 Skulpturen im Bestand des Stadtmuseums. Darüber hinaus hatte das Museum Interesse am Verbleib weiterer Objekte. Für 12 Positionen der Skulpturensammlung (HO 2,10,15,17,18,23,56,57,100,110,116,121) wurden dafür ein Dauerleihvertrag ausgehandelt. Es ist beabsichtigt, dass diese Skulpturen schrittweise, soweit die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, durch das Museum angekauft werden. Für zwei Skulpturen (Onofrius HO 15 für 6.000 €, Christophorus HO 109 für 10.000 €) wurde der Ankauf 2015 durch das Museum bereits realisiert (Der Christophorus wurde bereits vor Abschluss des Leihvertrages angekauft und ist damit nicht in dem Vertrag enthalten).

Dem Auktionshaus Günther aus Dresden wurde die übrigen Bestände (Umfang 83 Positionen) zum Verkauf im Rahmen einer Auktion übergeben. Das Auktionshaus hat hierzu auch einen Katalog publiziert Die Auktion fand am 24.10..2015 in Dresden-Weißer Hirsch statt. Die Versteigerung kann durchaus als Erfolg betrachtet werden. Es konnten Einnahmen für die Stiftung in Höhe von 492.371,29 € (Netto) generiert werden. Die Restanten wurden einerseits an das Museum Görlitz verkauft (Verkündigung) bzw. für eine weitere Auktion bei Neumeister in München 2016 vorbereitet (HO 117, 130, 144, 163).

2.1.3. Uhrensammlung

Der Verkauf der Dresdner Kutschenuhr, die in der Auktion bei Klöter nur unter Wert hätte abgegeben werden können, soll nun in den Mathematisch-Physikalischen Salon der Staatlichen Kunstsammlungen kommen. Die Kutschenuhr ist das interessanteste Stück der Uhrensammlung und zudem von einer Dresdner Werkstatt (Wagner). Die Verhandlungen über den Ankauf konnten 2015 noch nicht abgeschlossen werden, da die Staatlichen Kunstsammlungen zur Provenienz der Uhr umfängliche Recherchen eingeleitet haben.

2.2. Schlossberg 13 und 14

Am Gebäude Schlossberg 14 gab es 2014 kleinere Reparaturarbeiten. Der Giebel, der Sockel und die Balkone wurden neu gestrichen. Der Sanierungsrückstau im Winkelkrug kann nur einvernehmlich mit dem Pächter geklärt werden. Hier besteht aber vorerst kein Interesse, die Verhältnisse zu ändern. Mit dem Winkelkrug–Pächter wurde ein neuer Vertrag ausgehandelt und abgeschlossen. Die Pacht wurde der Marktentwicklung angepasst.

2.3. Baderberg 2 und 3

Nachdem bis zum Jahresende 2013 die Außenhülle beim Baderberg 2 weitgehend (außer die Balkone) fertiggestellt werden konnte, wurde die Louise Otto-Wohnung (3. OG. links) als nächster Sanierungsschritt umgesetzt. Die Louise-Otto-Wohnung (4-Raum-Wohnung) ist seit Oktober 2014 vollständig saniert und vermietet. Bei den noch zu sanierenden Wohnungseinheiten wird das Konzept step-by-step verfolgt. Eine Wohnung wird saniert und vermietet, dann folgt die Nächste. Bislang waren neben der genannten Luise- Otto-Wohnung die Wohnung im 3. OG Mitte (1-Raum-Wohnung), die 1-Raumwohnungen im nördlichen Seitenflügel vom 1. – 3. OG und die Wohnungen im 2. OG nicht saniert.

Mit der Wohnungssanierung im 3. OG Mitte wurde anschließend begonnen, sie zog sich bis Februar 2016 hin. Bei den Gewerbemietern gab es im Ende 2015 eine Kündigung (Infratekom) durch Aufgabe des Firmenstandortes Meißen

Parallel dazu entwickelte sich das Sanierungsvorhaben Baderberg 3. Der bisherige Mieter Theater Meißen wurde zum 30.6.2014 gekündigt. Es war bei dem enormen Sanierungsrückstau am Gebäude und den notwendigen Umbauten klar, dass ein Bauantrag eingereicht werden musste. Im Haus wurde eine Wohnung im 1. OG und eine Gewerbeeinheit im EG geplant. Für die Wohnung konnte bereits Ende des Jahres 2014 ein Mieter gefunden werden, der im April 2015 nach Abschluss der Sanierung einzog. Für das Erdgeschoss zeichnete sich ebenfalls eine Lösung mit einer Fertigstellung zum September 2015 ab. So gab es noch eine Umplanung von Wohnung auf Gewerbe, zahlreiche Planungsdetails wurden deshalb nochmals überarbeitet, um für die künftigen Mieter (Hebammengemeinschaft) optimale Arbeitsbedingungen zu erreichen. Seit September 2015 haben die Hebammen vorzügliche Arbeitsräume in zentraler Altstadtlage.

2.4. Am Lommatzscher Tor 1 / 2

Der seit Jahren leerstehende Hof wurde im Februar 2015 von der SEEG erworben, um als ersten Schritt eine statisch-konstruktive Sicherung der stark gefährdeten Bausubstanz zu ermöglichen. Bekanntlich wurde über den Abbruch der Anlage seit Jahren diskutiert. Das bauhistorisch und ortshistorisch bedeutsame Denkmalensemble wird auch als Obermeisaer Niedergut bezeichnet. Es ist die älteste Hofstelle in Obermeisa, die bereits in der Gründungsurkunde des St. Afraklosters 1205 erwähnt wird. Perspektivisch wird nach der Sicherung eine an Baukultur und Denkmalpflege interessierte Bauherrenschaft gesucht, die der Anlage wieder zum Leben verhilft. Die Stiftung möchte damit beispielhaft zeigen, dass auch auf diesem Weg ein Beitrag für die Bewahrung von Baudenkmalen in Meißen im wirtschaftlichen Rahmen möglich ist.

2.5. Schlossberg 7

Über Jahre hat die Stiftung sich um das in der Nähe vom Baderberg befindliche Grundstück bemüht. Vordergründiges Ziel ist dabei die Lösung der Stellplatzkalamität für die Stiftungshäuser. Es ist bekanntlich äußerst problematisch, eine ausgewogene Sozialstruktur bei den Mietern zu erreichen, wenn keine PKW-Stellplätze angeboten werden. Als ersten Schritt zur Sicherung des gefährdeten Gebäudes wurde Ende 2015 das Dach neu eingedeckt.

2.6. Mietaufstellung

Schlossberg 13

EG – vermietet

OG – vermietet

DG – unsaniert, als Lager vermietet

Schlossberg 14

EG – vermietet

1.OG – vermietet

2.OG – vermietet

Baderberg 3

EG – verrmietet

1. OG – vermietet

Baderberg 2

EG – vermietet, Jugendkunstschule und Werkstatt

1.OG – vermietet, Bürogemeinschaft;

1.OG Seitenflügel – z.Z. noch unsaniert und nicht vermietet (30 qm)

2. OG – vermietet, unsanierte Wohnung und Galerie

2.OG Seitenflügel – z.Z. noch unsaniert und nicht vermietet (30 qm)

3. OG rechts – Wohnung saniert vermietet

3. OG Mitte – 1.-.Raum-Wohnung, saniert und vermietet (35 qm)

3. OG links – Wohnung saniert und vermietet

3. OG Seitenflügel – z.Z. unsaniert und nicht vermietet (30 qm)

3. Jahresabschluss und Prüfbericht 2015

Der Jahresabschluss mit Prüfbericht 2015 wurde in bewährter professioneller Form von der Kanzlei Noerr Dresden, Frau Steuerberaterin Katja Becker, erarbeitet. Durch die umfänglichen finanziellen Zuflüsse ergaben sich auch deutliche Veränderungen bei der Wertentwicklung des Grundstocks.

4. Stiftungszweckausgaben

Stiftungszweckausgaben wurden 2015 in Höhe von 12.310,39 € realisiert. Zuwendungen erhielten der Verein „Steingut e.V.“ für die Revitalisierung der kleinsten Burg Sachsens in Burkhardswalde in Höhe von 7.500,00 €. Ein kleiner Verein verfolgt hier seit einigen Jahren mit Vehemenz und Engagement die Aufgabe, die noch 2010 in ihrer Existenz stark gefährdeten Burganalage (Wohnturm), zu sanieren und als Bürger- und Vereinshaus zu etablieren. Der erste Bauabschnitt betraf den Bereich des Wohnturms, der statisch-konstruktiv gesichert wurde, eine neue Dachdeckung erhielt. Das Stadtmuseum Meißen erhielt für den Ankauf von Kunstgut 2.000,00 €. Das Heimatmuseum Zadel wurde für die Neuausrichtung der Ausstellungskonzeption „Steinbrüche entlang der Elbe“ mit 1.000,00 € bedacht.

Die weiteren Ausgaben betrafen die Fördermitgliedschaften der Stiftung („Verein für Ländliche Bauwerte e.V.“, Kuratorium „Rettet Meißen jetzt e.V.“, Verein „Steingut Burkhardswalde e.V.“, „Kulturverein Meißen e.V“, „Kunstverein Meißen e.V.“)

Meißen, im Mai 2016

Tom Lauerwald

Stiftungsverwalter