Theaterplatz: Die früheren Werkstätten des Theaters erhalten eine neue Funktion. Das Beispiel könnte Schule machen.

Ein Parkhaus für die Altstadt

Macht aus der Not eine Tugend: Der Verwalter der Hornsehen Stiftung Tom Lauerwald hat einen interessanten Plan entwickelt, um das Haus Schlossberg 7 zu retten. Er möchte es zu einem Mini-Parkhaus für die Mieter in den Häusern der Stiftung umwandeln. Platz wäre noch für weitere Stellflächen. Foto: Claudia Hübschmann

Sächsische Zeitung vom 24.11.2015, von Peter Anderson 

Erstaunte Gesichter bei Nachbarn und Passanten. Ein lange Zeit leerstehendes Haus gleich hinter dem Kino ist plötzlich eingerüstet Handwerker sind dabei, das Dach neu zu decken. Was tut sich da am unsanierten Gebäude Schlossberg 7?

Auskunft gibt der Verwalter der Horn­sehen Stiftung Tom Lauerwald. Die Stif­tung betreut das Erbe des 1945 freiwillig aus dem Leben geschiedenen Meißner Weinhändlers und Antiquitäten-sowie Münzsammlers Otto Horn. Jetzt hat sie auch das aus den 50er Jahren des 20. Jahr­hunderts stammende J:Iaus Schlossberg 7 erworben. Verwalter Lauerwald möchte mit dem Kauf einen bereits längere Zeit gehegten Plan verwirklichen. Im Haus Schlossberg 7 sollen Parkplätze für die Mieter in den verschiedenen der Hornsehen Stiftung gehörenden Häusern auf dem Schloss- und Baderberg entstehen. Das Haus sei vom Grundriss her dafür geeignet, so Lauerwald am Montag gegen über der SZ. Zunächst sollten auf der unteren Ebene rund 20 Plätze eingerichtet werden. Insgesamt habe das Haus jedoch drei Etagen. Ob weitere Stockwerke ausgebaut würden, hänge von der Nachfrage durch weitere Interessenten ab, sagt Lauerwald. Dies müsse noch geklärt werden.

Bedenken des Denkmalschutzes gegen den radikalen Eingriff gibt es nicht. Für das aus den 5Oer Jahren des 20. Jahrhunderts stammende Haus gelten dem Stiftungsverwalter zufolge keine entsprechenden Auflagen. Ursprünglich hätte das Gebäude die Werkstätten und den Malsaal des gegenüberliegenden Theaters beherbergt. Als das frühere Drei-Sparten-Haus sein eigenes Ensemble verlor, begann der allmähliche Niedergang für den Schlossberg 7. Das Dach musste unbedingt gemacht werden, sagt Lauerwald. Deshalb die Eile beim Einrüsten. Der Verwalter hofft, dass die Handwerker bis Weihnachten mit dem Decken fertig werden. Viel hängt jetzt vom Wetter ab. Nächstes Jahr soll dann der Umbau im Inneren folgen. Die entsprechenden Pläne und Anträge würden gerade fertiggestellt

Mit dem Mini-Parkhaus am Schlossberg wird eine Idee in die Praxis umgesetzt, die schon längere Zeit durch Meißen geistert. Akut wird sie nicht zuletzt aufgrund der Pläne, den Theaterplatz neu zu gestalten. Derzeit ist dieser für viele Altstadt-Bewohner als Parkfläche unverzichtbar. 39 Stellflächen sind dort ausgewiesen. Kommt der Umbau wie geplant, bleiben davon höchstens 24 übrig. Die Stadt hofft nach wie vor darauf, das im Verkehrskonzept vorgesehene Anwohner-Parkhaus in der Altstadt errichten zu können. Das hätte schon längst am Baderberg entstehen sollen. Es gibt nur ein Problem: Die dafür vorgesehene Fläche befindet sich im Privatbesitz.

Mit den Dacharbeiten am Schlossberg 7 hat die Hornsche Stiftung ihre zweite größere Baustelle in der Stadt in Angriff genommen. Schon längere Zeit laufen im Auftrag der Stiftung Arbeiten an dem denkmalgeschützten Dreiseithof Lommatzscher Tor. Erstmals wurde das Gehöft 1205 urkundlich erwähnt. Als Vorwerk diente es damals dem Augustiner-Chorherrenstift St. Afra. Als 1543 die Fürstenschule öffnete, wurde der Wirtschaftshof neben dem Kloster Heiligkreuz zum Grundversarger der adligen Sprösslinge. „Wir wollen dort Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Ganze Wohnungen werden wir nicht fertigstellen“, sagt Tom Lauerwald. Vielmehr werde eine Bauherrengemeinschaft gesucht, die den sanierten Rohbau in Wohn-oder Geschäftsräume verwandelt. Fachwerk und Dachstuhl sollen bis Anfang oder Mitte nächsten Jahres vollkommen hergerichtet sein. Dann können die ersten Käufer ihr ganz persönliches Projekt verwirklichen.

web www.hornstiftung·meissen.de

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